Aktuelle Stellungnahme des Stadtsportverbandes Lippstadt zum Bau des Kombibades

 

 

 

Nachdem der Stadtsportverband Lippstadt (SSV) sich bisher nur mündlich in verschiedenen Sitzungen zu seinen Vorstellungen zum Bau eines Kombibades geäußert hat, sehen wir uns jetzt -angesichts bevorstehender wichtiger Aufsichtsratsbeschlüsse bei den Stadtwerken und neuer Zahlen über die Betriebskosten- veranlasst, einige öffentliche Klarstellungen vorzunehmen. Es ist Auftrag des SSV dafür zu sorgen, dass den Bürgern in unserer Stadt angemessene Sportangebote zur Verfügung gestellt werden und zwar nicht nur für Vereinsmitglieder sondern für alle.


Wir möchten zunächst dem immer noch verbreiteten Eindruck entgegentreten, in Lippstadt solle ein ähnliches Spaßbad wie in Soest oder ein Sportbad wie in Paderborn gebaut werden. Beides ist bei Weitem nicht der Fall. Es besteht bei allen Beteiligten Einigkeit darüber, dass das Jakob-Koenen-Bad mit fast 50 Betriebsjahren und das Jahnbad „abgängig“ sind und die 70000 Einwohnerstadt baldmöglichst eine Alternative benötigt. Neben einer Schwimmstätte für die Bevölkerung und die Wassersportvereine möchten wir auch Argumente wie die Schwimmausbildung für alle Kinder sowie den so genannten weichen Standortfaktor für Lippstadt berücksichtigt wissen.

In mehreren Sitzungen der Bäderkommission wurden zuletzt im Juli 2010 erneut Abstriche am Projekt vorgenommen, damit die vom Rat der Stadt ausgegebene Kostengrenze von 12 Mio. € einschließlich Planungskosten eingehalten werden kann. Sprungturm im Hallenbad, 50-Meter-Bahnen, Tauchbecken und angeschlossenes Außenbecken sollen komplett entfallen, an Gesamtwasserfläche, Gastronomie und Cabriodach wurden erhebliche Abstriche vorgenommen. In dieser Sitzung ist unser Vertreter in der Bäderkommission dem Irrtum erlegen, er könne mit der Reduzierung um eine Schwimmbahn im Sportbecken die Wassertiefe von 3,00 m im Lehrschwimmbecken retten. Letzteres wurde jedoch nicht mehr abgestimmt.

So ist nun beides gestrichen und wir haben die Befürchtung, dass die Wasserfläche im Sport- und Freizeitbereich zu klein wird und die Besucher ausbleiben.


Die neue Wasserfläche beträgt einschließlich des Außen-Sprungturmbeckens nur noch rd. 1100 m2 gegenüber bisher rd. 1900 m2, eine Reduzierung von 42%! Dieser Unterschied wird damit gerechtfertigt, dass der Großteil dieser Fläche jetzt in einem Hallenbad ganzjährig zur Verfügung steht, d.h. die Flächen des Freibades zeitlich nur zu einem Drittel (Sommer) berücksichtigt werden dürfen.

Wir sind der Auffassung, dass sich die Besucher überhaupt nicht gleichmäßig über Tage und Stunden verteilen lassen. Das Zeitfenster für Vereine und Bevölkerung wird durch Ganztagsschule und andere Faktoren immer kleiner und hier werden die größeren Einnahmen erzielt. Auch die Konkurrenz z.B. zum Alberssee besteht wie bisher nur an wenigen heißen Tagen und nicht ganzjährig. Die Thermalbäder haben andere, kleinere Zielgruppen und sind nicht an Schulklassen und Jugendlichen interessiert.


Zur Wassertiefe: Bisher stehen im Freibad wie im Hallenbad jeweils Sprungtürme mit einer Beckentiefe von 3,50m zur Verfügung. Im neuen Hallenbad wird es keinen Sprungturm geben und damit auch nur eine Wassertiefe von 2,00 m im Sportbecken, im Lehrschwimmbecken mit Hubboden von max. 1,80 m. Dies ist eine Verschlechterung gegenüber heute, insbesondere für die DLRG, die zahlreiche Rettungsschwimmer ausbildet, und die Taucher.

Erfreulich, dass die Hälfte des jetzigen Freibad-Außenbeckens mit dem Sprungturm entgegen der ursprünglichen Planung erhalten bleibt, sodass DLRG und Taucher rd. neun Monate in diesem Becken üben können und Prüfungen abgenommen werden können. Der Sprungturm draußen steht auch allen anderen Schwimmern im Sommer zur Verfügung. In diesem Zusammenhang sehen wir die Initiative von Herrn Müller (Stadtwerke), ein Blockheizkraftwerk zu bauen und damit Wärme auch für das Außenbecken zu produzieren, sehr positiv. Hierdurch kann die Nutzungszeit des Außenbeckens deutlich verlängert werden, sodass der SSV diesem Kompromiss zustimmen kann.


Natürlich müssen die Baukosten und die Betriebskosten eine wichtige Rolle bei jedem Bauvorhaben spielen. Trotzdem sei die Frage erlaubt: Muss man bei einem Bau, der für mind. 40 Jahre ausgelegt wird, nur an die Kosten denken? Wir kennen viele Beispiele in unserer Stadt, wo Kosten politisch „schöngeredet“ werden, beim Schwimmbad wird gestöhnt. Deshalb hat es uns besonders gefreut, dass zuletzt beim Standortforum eine Mehrheit der Unternehmer sich dafür ausgesprochen hat, nicht nur betriebswirtschaftlich zu denken. Neben den Unternehmen erwarten auch Schulen und speziell die neue Hochschule ein attraktives Sportangebot, dazu gehört auch Wassersport.


Die Vereine selbst haben mögliche Einsparungen vorgeschlagen, z.B. auf ein Cabriodach (Sportbecken) zu verzichten, und akzeptieren verschiedene Einsparungen wie 50-Meter-Bahn, Innen-Sprungturm usw. Wir meinen allerdings, dass es an 268.000 € z.B. für die 6. Bahn nicht fehlen darf. Und deshalb unterstützen wir den Antrag der BG, mitgetragen von SPD, Grünen und CD, Zusatzmittel aus den Sportfördermitteln des Landes zu generieren. Die CDU war zwischenzeitlich tendenziell ebenfalls dafür, wenn es denn machbar ist. Nach unserer Kenntnis ergeben sich noch weitere Einnahmen und Einsparungen, die z.Zt. noch nicht bezifferbar sind.


Bei den veröffentlichten Betriebskosten von voraussichtlich rd. 1,7 Mio.EUR jährlich muss man wissen, dass beim neuen Bad im Gegensatz zu den alten, abgeschriebenen Bädern jetzt Abschreibungskosten gebucht werden. Jede Neuinvestition erfordert dadurch zunächst Mehrkosten. Dem stehen aber auch entsprechende Werte gegenüber. Ohne Abschreibungskosten, den Vorteilen aus dem Blockheizkraftwerk und angemessen erhöhten Eintrittspreisen, liegen die reinen Betriebskosten auch mit sechster Bahn aus unserer Sicht unter den bisherigen.


Wir rechnen fest damit, dass die Politik in den entscheidenden Gremien noch Verbesserungen beschließen kann.


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Aktualisiert: 10.02.2018

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